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Kochboxen Und Ihre Nachhaltigkeit – Ja Oder Nah?

Was sind Kochboxen?

Kochboxen haben in den letzten Jahren ziemlich viel Aufmerksamkeit erregt. Es handelt sich dabei um Lebensmitteldienste, die dir portionierte Lebensmittelboxen nach Hause schicken. Was du dabei als Inhalt bekommst hängt ganz davon ab, welche der verfügbaren Rezepte Du dir in der Woche zuvor ausgesucht hast. Das heißt, du musst nicht mehr einkaufen gehen und dir genau überlegen, wie viel du für welche Mahlzeit brauchst oder wie viel von dem, was du kaufst, übrig bleibt. Das ist eine willkommener Service nach einem langen Tag – vor allem, wenn man nicht schon wieder einen Lieferservice bestellen will oder wenn man, wie ich, in einer Kleinstadt lebt, wo man auch gar nicht so viel Auswahl hat. Natürlich muss man immer noch kochen – aber das ist auch schon alles. Keine langen Abende, an denen man nach guten Rezepten sucht oder sich Ideen für die nächste Woche ausdenken muss.

Aber sind Kochboxen wirklich so nachhaltig?
Abgesehen von der Reduzierung Deines Lebensmittelabfalls zu Hause?

Im Folgenden gebe ich immer ein wenig allgemeine Informationen aus unvoreingenommenen Studien und zeige Dir dann detaillierte Beispiele mit meinen Erfahrungen bei HelloFresh!

Was gibt es denn alles für Kochboxen?

Je nachdem wo Du wohnst, gibt es möglicherweise ganz unterschiedliche Kochbox-Optionen für Dich. In den USA hast Du definitiv die größte Auswahl. Aber nur um Dir einige Beispiele zu nennen, hier sind ein paar der weltweit größten Kochbox-Dienste (in keiner bestimmten Reihenfolge):

  • Blue Apron
  • HelloFresh
  • HomeChef
  • Sunbasket
  • Marley Spoon
  • Green Chef
  • Plated

Vermeiden Kochboxen Lebensmittelverschwendung?

Kochboxen haben das Potenzial, Lebensmittelverluste und -verschwendung zu reduzieren, da sie die Portionsgrößen streng kontrollieren (Gee et al., 2019). Diese portionierten Lebensmittel sind gleichzeitig perfekt für Menschen (wie mich), die Schwierigkeiten haben, Lebensmittel, die nur in größeren Mengen gekauft werden können, rechtzeitig aufzuessen.

HelloFresh zum Beispiel bezieht genau die Mengen an Zutaten, die sie für die Bestellungen der Kunden benötigen, anstatt den Bedarf zu schätzen und dabei unverkaufte Lebensmittel zu verschwenden. Dies würde sogar einen zusätzlichen Aspekt der Food Waste-Prävention bedeuten, der nicht nur uns als Endverbraucher betrifft (HelloFresh Nachhaltigkeitsbericht 2020, S.19).

shows a hellofresh meal and its size as well as the recipe paper
HelloFresh Lebensmittelabfall
HelloFresh Nachhaltigkeitsbericht 2020, S. 8

Die Sache mit der Verpackung

example of a lot of packaging
Eine Menge Plastik: Cashews einer Mahlzeit sind alle einzeln verpackt

Hier ist die Kehrseite zur Nachhaltigkeit von Kochboxen – die Unmengen an Verpackungen!

Die Menge an Verpackungen, die Du in einer Woche erhälst, ist definitiv größer als das, was Du beim normalen Lebensmitteleinkauf bekommst. Jedes Rezept bekommt seine eigenen winzigen Plastiktüten, selbst wenn mehrere Rezepte den gleichen Inhalt haben. Das Hauptproblem ist hier vor allem die Verschwendung die durch Einwegverpackungen entsteht. In dieser Hinsicht sind Lebensmitteleinkäufe eindeuting weniger verschwenderisch und den Kochboxen energetisch vorzuziehen – siehe Abbildung (Gee et al., 2019).

Was ich über HelloFresh-Verpackungen herausgefunden habe

Im Hinblick auf die Kritik an Einwegverpackungen scheint HelloFresh ziemlich nachhaltig zu sein – in einem Interview mit der Website „Packaging Europe“ erklärte Thomas Regenhardt, der für HelloFresh’s Verpackungen zuständig ist, dass 85% der Verpackungen vollständig recycelbar sind, wobei die genauen Anteile von Land zu Land variieren. Dazu gehören zum Beispiel auch Kühltaschen aus recyceltem Papier. Zusätzlich teste HelloFresh derzeit in den Niederlanden und Australien die Einführung von wiederverwendbaren Lieferboxen. Diese Boxen werden innerhalb der nächsten Wochen von einem Lieferservice abgeholt, mit neuen Zutaten befüllt und für eine weitere Zustellung wiederverwendet (Quelle: Packaging Europe 2021). 

HelloFresh Nachhaltigkeitsbericht Verpackung
HelloFresh Nachhaltigkeitsbericht 2020, S. 8

Wie sieht es mit den gesamten Treibhausgasemissionen aus?

Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass die schlanken und direkt an den Verbraucher gerichteten Lieferketten von Kochboxen nicht nur die Lebensmittelabfälle reduzieren, sondern auch die Transportemissionen auf den letzten Meilen verringern. Diese scheinen ausreichend zu sein, um die Nachhaltigkeitsprobleme durch die erhöhten Verpackungsmengen auszugleichen. Darüber hinaus sind die Emissionen von Kühlpacks für Mahlzeiten im Vergleich zur Kühlung im Einzelhandel durchschnittlich geringer. Folglich sind die Treibhausgasemissionen von Lebensmitteln im Einzelhandel im Durchschnitt 33% höher als die von Kochboxen (Heard et al., 2019).

HelloFresh erklärt sich stolz als CO²-neutral

HelloFresh werben auf ihrer Website mit einem vollständig neutralen CO²-Fußabdruck. Dies schaffen die durch Spenden an Klimaschutzprojekte, um für ihre eigenen Emissionen zu kompensieren. Dafür können sie auch ein Gutachten des TÜV vorweisen (HelloFresh Website).

Was halte ich nach meiner Recherche von Kochboxen?

Insgesamt scheint es, als ob Kochboxen bei der Reduzierung von Lebensmittelabfällen und Transportenergie helfen, während Verpackungsabfälle steigen. Wenn die Verpackung von Kochboxen insgesamt reduziert und/oder nachhaltiger gestaltet werden könnte, würden sie weniger Energie verbrauchen als die meisten Einkaufsfahrten zum Supermarkt (Gee et al., 2019, S. 5). Somit wäre es in der Zukunft möglich, den Energieverbrauch von Kochboxen durch wiederverwertbare oder umweltfreundliche Verpackungen so zu reduzieren, dass er geringer ist als der von konventionellen Supermarkteinkäufen. Aber auch nur, wenn die Lieferdienste in der Lage sind, die Anzahl der wöchentlichen Einkaufsfahrten zu reduzieren (Gee et al., 2019).

Was in den Studien aber meist an Kochboxen kritisiert wird, scheint HelloFresh jedoch zu einem gewissen Grad bereits gelöst zu haben!

Ich kann nicht für alle Service sprechen, aber: Im Kontext der Studien scheint HelloFresh bereits auf einem sehr guten nachhaltigen Weg zu sein. Und die Lieferung von 5 Mahlzeiten direkt an meine Haustür hat die Anzahl meiner Einkaufsfahrten mit Sicherheit reduziert.

Also wenn Du mich fragst – ich werde mein HelloFresh-Abonnement wahrscheinlich beibehalten. Vor allem, weil die Art und Weise, wie HelloFresh seine Verpackungen handhabt und Lebensmittelabfälle reduziert, ziemlich viel verspricht!
…. Und außerdem schaffe ich es endlich, wenigstens eine richtige Mahlzeit pro Tag zu essen 😉 .

Nur ein kurzer Hinweis: Dieser Artikel ist in keiner Weise gesponsert

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Noah Bolz

    Hi, einfach mal Daumen Hoch für deine Recherche. Darf gerade über dieses Thema eine Abhandlung schreiben und du fasst alles ziemlich gut und sauber zusammen.
    Und natürlich stehst du als Referenz auch mit drin 🙂

    1. Linda

      Hey! Vielen Dank! Ich wünsch‘ dir ganz viel Erfolg 🙂

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