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Gastartikel: Minimalismus Beim Kochen

Bewusster kaufen, weniger wegwerfen – Minimalismus beim Kochen hilft, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Wie du Minimalismus in der Küche umsetzt, erfährst du in diesem Beitrag.

Was ist Minimalismus?

Minimalismus hat nichts mit zwanghaftem Sparen oder Verzichten zu tun. Ich verstehe unter Minimalismus die freudige Beschränkung auf das Notwendige. Du besitzt und kaufst nur noch das, was du wirklich brauchst. Der Erfahrung nach ist das meist weniger, als du denkst. Oder hast du im Urlaub jemals alles angezogen, was du dabei hattest?

Minimalismus hat viele Vorteile . Hier nur eine Handvoll, die mir spontan einfallen:

  • Du konsumierst bewusster.
  • Du bringst den Dingen eine größere Wertschätzung entgegen.
  • Du bist dankbar für das, was du hast.
  • Du sparst eine Menge Geld.
  • Du lebst (in vielen Fällen) nachhaltiger.
  • Du hast mehr Raum und Zeit für das, was du wirklich gerne machst.

Verschaffe dir einen Überblick über deine Vorräte

Minimalismus fängt für die meisten mit Ausmisten an. So ist es auch beim minimalistischen Einkaufen und Kochen: Verschaffe dir als erstes einen Überblick über die Lebensmittel, die sich in deinem Kühlschrank und in deiner Vorratskammer befinden.

Kühlschrank

Räume den Kühlschrank vollständig aus. Eine gute Gelegenheit, einmal alles gründlich zu putzen. Stelle geschlossene Packungen mit lang haltbaren Lebensmitteln nach hinten und Dinge, die bald verzehrt werden müssen, nach vorn. Berücksichtige dabei die Kühlzonen im Kühlschrank – Milchprodukte sind in den oberen Fächern gut aufgehoben, Soßen in der Tür, Gemüse und Obst im unteren Schubfach. Gibt es Lebensmittel, die bei dir immer wieder schlecht werden? Streiche sie für eine Weile von deiner Einkaufsliste.

Informiere dich über die Aufbewahrung von frischen Produkten. Einige Gemüsesorten, etwa Möhren, lieben es luftig, während sich andere luftdicht verschlossen wohler fühlen. Aufgeschnittene Avocados bleiben in einer luftdichten Dose mehrere Tage haltbar, besonders, wenn du den Kern an der Frucht lässt.

Vorratsschrank und Speisekammer

Nimm auch hier alle Lebensmittel aus den Regalen und sortiere sie. Selbst sehr ordentliche Menschen werden überrascht sein, was sich in den Tiefen ihres Vorratsschranks verbirgt. Die Gefahr, dass selbst trockene Lebensmittel wie Nudeln und Reis verderben, ist umso höher, je größer deine Vorräte sind. Mache ein Foto von all deinen Vorräten, damit du beim Einkaufen weißt, was du zunächst nicht mehr zu kaufen brauchst.

Gewöhne dir in Zukunft an, nicht mehr als eine Reservepackung eines Lebensmittels vorrätig zu haben. Wenn du wöchentlich einkaufen gehst, wirst du nicht mehr verbrauchen und behältst den Überblick über deine Vorräte.

Minimalismus beim Einkaufen

Ich habe mir angewöhnt, nur Lebensmittel einzukaufen, die ich innerhalb der nächsten ein bis zwei Wochen verbrauchen kann. Die eingekauften Dinge brauchen weniger Platz, sie werden nicht schlecht und ich gebe weniger Geld aus – ein Win-Win-Win! Gerade bei frischen Produkten wie Brot, Obst, Gemüse, Milchprodukten, Fleisch und Fisch ist weniger mehr!

Ich mache lieber in der Mittagspause am Donnerstag einen Spaziergang auf den Markt oder in den Supermarkt um noch etwas Fehlendes nachzukaufen, als kostbare Lebensmittel wegzuwerfen, die schlecht geworden sind. Auch hier hilft der ewige Tipp, nicht hungrig einkaufen zu gehen. Mit leerem Magen verlierst du deinen Realismus und kaufst mehr, als du verzehren kannst.

Minimalismus beim Kochen

Minimalistisch einkaufen reduziert die Anzahl der Lebensmittel, die bei dir zuhause verderben können. Minimalistisch kochen verhindert, dass du bereits zubereitete Lebensmittel wegwirfst. Minimalistisch kochen besteht für mich aus drei Komponenten:

  1. Unverarbeitete und überwiegend pflanzliche Lebensmittel verwenden,
  2. Gerichte aus einer Handvoll Zutaten zusammenstellen,
  3. Komponenten getrennt zubereiten.

Der letzte Punkt ist besonders wichtig, wenn du für Kinder kochst. Kinder mögen es, wenn sie die Bestandteile eines Gerichts erkennen und einzeln essen (bzw. liegenlassen) können. Das hat den Vorteil, dass du Zubereitetes besser aufbewahren und für andere Gerichte weiterverwenden kannst. Anstatt also einer Gemüsepfanne, in der Paprika, Hirse und Kichererbsen wild durcheinandergemischt sind, könntest du Hirse und Kichererbsen getrennt kochen und die Paprika als Rohkost anbieten.

Gewöhne dir an, auch Minireste aufzubewahren. Drei Portionen Reste vom Kleinkind ergeben einen netten Snack für zwischendurch. Ich habe mir angewöhnt, gleich mehrere Portionen vorzukochen und einfrieren. Auch so wird nichts schlecht und ich habe jederzeit ein gesundes, selbstgekochtes Mahl zur Hand.

Minimalismus beim Essen

Auf minimalistisches Einkaufen und Kochen folgt nun noch minimalistisches Essen. Was kann das sein?

Ich habe zwei Impulse für dich: Iss, was da ist. Keine Lust auf Kartoffeln vom Vortag? Anstatt dir eine Pizza zu bestellen, übe dich in Dankbarkeit. Und iss, was da ist. Welch ein Glück ist es, etwas zu essen zu haben! Nichts mehr da? Bist du sicher? Aus einer welligen Gurke, trockenem Brot und Käseresten wird mit etwas Olivenöl und Rosmarin ein knuspriges Sandwich aus der Pfanne.

Für ein leckeres, schnelles und sättigendes Gericht brauchst du nicht mehr als drei Zutaten. Schau dich um und werde erfinderisch!

Von welchen Lebensmitteln kaufst du zu viel ein? Kannst du dir vorstellen, minimalistisch(er) zu kochen? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Über die Autorin dieses Gastartikels

Marion hat Philosophie, Literatur- und Religionswissenschaft an der Universität Leipzig studiert und ein paar Jahre Deutsch als Fremdsprache an Hochschulen in Russland und Kasachstan unterrichtet. Heute lebt sie mit ihrer Tochter in Antwerpen und schreibt in ihrem Blog Frugales Glück über ein einfaches und glückliches Leben (mit Kindern). Ihre Themen sind Minimalismus, Nachhaltigkeit, pflanzliche Ernährung und intuitives Essen.

Marion - Autorin des Blogs Frugales Glück

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Gothe

    Danke für den Anreiz, es läst sich wirklich aus einigen Resten im Kühlschrank immer etwas zaubern.

    1. Hallo Gothe,

      sehr gern! 🙂
      Du hast Recht, selbst ein anscheinend „leerer“ Kühlschrank gibt oft noch genug für ein paar leckere Mahlzeiten her.

      Herzliche Grüße
      Marion

  2. Erika

    Danke für diese interessanten Impulse, mal bewusster mit dem Thema Minimalismus und Lebensmitteln umzugehen!
    Ich werde einige meiner natürlichen Gewohnheiten prüfen und schauen ob sich da was in meinem Bewusstsein verbessern lässt!
    Leider erwische ich mich oft dabei gerade bei lang haltbaren Produkten den Überblick zu verlieren..
    Herzlichen Gruß, Erika

  3. Mustafa Aslan

    Toll erklärt,so ungefähr machen wir auch seit 15 Jahren.Wenn man in gross Stadt lebt,müsste man für jedes stück Gemüse oder Obst dankbar sein.Wegwerfen ist eine grosse Sünde oder grosse Fehler,wenn man von produzieren keine Ahnung hat,muss man wenigstens Respekt zu den Menschen,die Lebensmittel anbauen,zeigen.

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