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Rettet Reste Mit Der App „Too Good To Go“

Jeden Abend bleiben in Restaurants, Supermärkten und Imbissen etliche Backwaren, zubereitete Gerichte und unverarbeitete Lebensmittel unverkauft. Die Firma „Too Good To Go“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Leckereien vor der Tonne zu retten.

1. Was Ist Die Idee?

Verwirklicht wird dieses Vorhaben durch ihre gleichnamige App, die ihr komplett kostenfrei im App Store oder Google Play Store herunterladen könnt.

Teilnehmende gastronomische Betriebe und Lebensmittelhändler laden dort ihre Reste des Tages in Form einer „Magic Bag“ hoch. Diese können dann von euch vor Ort abgeholt werden. Das Angebot an Produkten ist grenzenlos, da „Too Good To Go” mit vielen verschiedenen Läden zusammenarbeitet. Klassischerweise packen Bäckereien Backwaren in ihre Bags, während Restaurants und Cafés komplette Gerichte und Snacks zur Verfügung stellen. Auch Frühstück aus dem Hotel oder die Überbleibsel von Buffets können in einer Bag sein. Sogar Blumenläden überlassen euch übrige Pflanzen und Blumen. Das Angebot reicht von frischen Lebensmitteln bis zu abgepackten Produkten, die bald das Mindesthaltbarkeitsdatum erreichen, aber immer noch gut und lecker sind.

Wie der Name schon andeutet, wisst ihr nie exakt was sich in eurer „Magic Bag“ befinden wird, was daran liegt, dass der Betrieb logischerweise nie genau planen kann, was wirklich übrig bleibt. Es gibt allerdings Kategorien, wie zum Beispiel Backwaren, Obst und Gemüse, Säfte, usw., sodass ihr ungefähr erfahrt, was euch erwartet.

2. Wie Ist Die Umsetzung In Der App “Too Good To Go”?

Damit euch Läden und ihre verfügbaren „Magic Bags“ in eurer Nähe angezeigt werden, müsst ihr euer GPS einschalten. Falls euch aber doch das Angebot in einer anderen Stadt interessieren sollte, könnt ihr im Banner am oberen Rand der App auch manuell einen beliebigen Ort eingeben. Außerdem könnt ihr den Umkreis zwischen 3km bis 30km verändern.

Hier kannst du sehen wie du deinen Standort in der App "Too Good to Go" ändern kannst. Sie bekämpfen Lebensmittelverschwendung wie The Food Patrons.

Die Hauptansicht zeigt euch dann die teilnehmenden Betriebe an eurem ausgewählten Standort. Mit einem Klick auf den Anbieter, wird euch ein Beschreibungstext angezeigt, der euch verrät, welche Art von Lebensmitteln typischerweise in diesem Geschäft übrig bleiben und ob eure Bag bereits für eure Abholung vorbereitet wird oder ob ihr vor Ort den Inhalt auswählen könnt.

Auf der linken Seite zeigt euch ein Ampelsystem, wie viele Portionen der Laden noch übrig hat. Grün steht für 2 oder mehrere verfügbare Bags. Gelb bedeutet, dass nur noch eine Portion übrig ist und bei Grau sind bereits alle Portionen vergriffen.

Daneben wird der Zeitraum, in dem ihr eure „Magic Bag“ abholen könnt, angegeben. Dabei ist wichtig, dass ihr euch genau an dieses Zeitfenster haltet, damit der Laden planen kann und eure „Magic Bag“ nicht doch noch in der Tonne landet und gerettet werden kann. Falls man es doch nicht schafft, die Bag abzuholen, besteht die Möglichkeit sie zu stornieren. Allerdings geht das nur bis zu 3 Stunden vor der Abholzeit.
Unterhalb des Zeitraums wird euch der Preis angezeigt.

3. Wie Kommt Ihr An Eure „Magic Bag“?

Gefällt euch ein Angebot, könnt ihr es mit einem Klick reservieren. So wird die „Magic Bag“ im Laden für euch zurückgelegt.

Wenn ihr sie dann innerhalb des angegebenen Zeitfensters abgeholt habt und die Abholung in eurer App bestätigt, wird die Zahlung in Auftrag gegeben. Das passiert über Kreditkarte oder PayPal, je nachdem welche Zahlungsmethode ihr in euer App hinterlegt habt.
Euch wird sofort eine digitale Zahlungsbestätigung angezeigt, die ihr dann dem Ladenpersonal vorzeigen könnt.

Meistens liegen die Preise zwischen 3 und 4 Euro und sind mindestens 50% unter dem regulären Ladenpreis. Ein Euro geht dabei pauschal an „Too Good to Go“ zur Finanzierung von umweltfreundlichen Verpackungsmaterialien für die Betriebe sowie die Bezahlung der Mitarbeiter.

4. Wie Verwertet Ihr Die Inhalte?

Im Falle von verarbeiteten Produkten, bleibt euch wohl nichts anderes übrig als alles zu verschlämmen – nicht die schlechteste Option. Bei überreifem Gemüse gibt es oft die Möglichkeit, es einzufrieren, falls nicht alles auf einmal verarbeiten werden kann.

Wie genau wir unsere Bags verwerten, zeigen wir euch in einem weiteren Blogpost, bleibt also gespannt! So viel sei verraten: Den Test der Bags konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Wir werden unsere Erfahrung allerdings nicht nur bewerten, sondern euch zusätzlich zeigen, wie wir die Inhalte verwenden, damit nichts mehr übrig bleibt.

5. „Too Good To Go“ Ist In Eurem Land Nicht Verfügbar? - Kein Problem!

Aktuell ist die App in 13 europäischen Ländern verfügbar – Deutschland, Dänemark, Großbritannien, Frankreich, Norwegen, den Niederlanden, Belgien, der Schweiz, Österreich, Spanien, Italien, Portugal und Polen. Der Sprung in die USA ist angeblich auch geplant, aber aktuell noch nicht realisiert. Daher haben wir uns auf die Suche nach Alternativen gemacht, die auch in weiteren Ländern verfügbar sind.

OLIO
verbindet Nachbarn miteinander (private Haushalte, sowie lokale Geschäfte), so dass überschüssige Lebensmittel und andere Haushaltsgegenstände kostenlos geteilt und nicht weggeworfen werden können.
Die App ist verfügbar in 51 Ländern – also wirklich fast weltweit!

resQ Club
ist ein finnisches Unternehmen, das Restaurants, Cafés und Lebensmittelgeschäfte mit Verbrauchern verbindet, um überschüssige Lebensmittel zu retten. Dabei braucht man nicht einmal die App, sondern könnt auch einfach einen beliebigen Webbrowser verwenden.
Dieser kann in Finnland, Schweden, Deutschland und Polen genutzt werden. 

6. Was Ihr Nicht Vergessen Solltet?

Auch wenn „Too Good To Go” gegen Lebensmittelverschwendung vorgehen möchte und für teilnehmende Gastronomen einen Anreiz schafft, überschüssige Produkte vor der Tonne zu retten, wird nur das Ende der Lebensmittelversorgungskette betrachtet. Im Idealfall sollte die Überproduktion aber nicht nur an Endkonsumenten verteilt werden, sondern im vorherigen Prozess gar nicht erst entstehen. Die eigentliche Quelle des Problems wird durch die App daher leider nicht thematisiert.

Außerdem besteht die Sorge darüber, dass Apps wie „Too Good To Go” der Tafel den Rang ablaufen könnten. Produkte, die zwar zu einem günstigeren Preis verkauft werden können, werden doch lieber noch verkauft als an Hilfsorganisationen gespendet. Allerdings versichern große Handelsunternehmen, wie Rewe, dass die Tafel stets Vorrang hätte und trotz des Verkaufs von „Magic Bags” weiterhin beliefert wird. 

Wie ihr mit dieser Kritik umgeht, ist natürlich euch überlassen. Uns liegt einfach nur am Herzen, dass wir alle zusammen Food Waste an den Kragen gehen, denn jeder noch so kleine Beitrag von euch hilft. Let’s fight food waste together!

Ihr habt Ideen für die Verwertung eurer „Magic Bag“ Inhalte oder möchtet persönlich Erfahrungen mit „Too Good To Go” oder einer anderen App teilen? Dann schickt uns gerne eine Nachricht!

Quellen
https://toogoodtogo.de/de/blog/an-dieser-app-kommt-in-deutschland-keiner-vorbei

https://toogoodtogo.de/de/support/user/not-active
https://www.food-service.de/maerkte/news/too-good-to-go-mit-metro-nun-in-sechs-laendern-43659#:~:text=Bereits%20in%2013%20L%C3%A4ndern%20ist,%2C%20Italien%2C%20Portugal%20und%20Polen.
https://help.olioex.com/
https://olioex.com/food-waste-in/
https://www.resq-club.com/
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/too-good-to-go-lebensmittelverschwendung-1.5163799
https://taz.de/Verteilung-von-Lebensmitteln/!5496289/

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Jess

    Richtig gute App!

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